Finanzielle Notlagen oder das Bevorstehen einer größeren Anschaffung oder eines kostenaufwendigen Vorhabens führen häufig dazu, dass man einen Kredit in Anspruch nimmt. Dabei gilt es, sich für den richtigen Anbieter zu entscheiden und im Voraus alle wichtigen Informationen einzuholen. Belange wie Leitzinsen, Vertragskonditionen und Flexibilität sollten in Augenschein genommen werden. Das Kreditwesengesetz stellt ebenfalls einen nicht zu unterschätzenden Faktor dar.

Das Kreditwesengesetz erfüllt zwei verschiedene Zwecke: Es dient dazu, die Funktionsfähigkeit der deutschen Kreditwirtschaft zu erhalten und zu sichern. Außerdem beschäftigt es sich mit dem Schutz der privaten und gewerblichen Gläubiger, deren Einlagen vor Verlust gesichert werden sollen. Durch das Kreditwesengesetz und damit verbundene Beschlüsse werden den Kreditinstitutionen gewisse Restriktionen auferlegt, damit Risiken wie Liquiditätsrisiko, Ausfallrisiko und Operationelles Risiko vermieden werden bzw. abgedeckt sind. Des Weiteren sind im Kreditwesengesetz Pflichten niedergelegt, die den Kreditinstitutionen auferlegt werden und sich u. a. damit auseinandersetzen, dass eine Auskunftspflicht gegenüber der Bundesbank und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht besteht. Angaben zu Liquidität und Solvabilität sowie regelmäßige Meldungen zu Großkrediten sind zu machen. Beeinflusst wurde das Kreditwesengesetz vor allem auch durch die im Rahmen von Basel II eingeführten Änderungen der Eigenkapitalvorschriften.

Durch das Kreditwesengesetz werden die Erteilung und auch die Annahme eines Kredits oder Darlehens geregelt. Dies bietet vor allem dem Kreditnehmer Vorteile. Er kann sich dessen sicher sein, dass das jeweilige Kreditinstitut den gesetzlichen Regelungen und Pflichten unterliegt. Auch Einlagesicherungen, Richtlinien im Falle eines Konkurses oder von Zahlungsunfähigkeit sowie ein transparentes finanzielles Handeln sind damit gewährleistet. Das Gesetz legt nicht nur dar, welche Anforderungen an Kreditgeber und auch Kreditnehmer gegeben sind, sondern weist zudem Lösungsansätze und Ausweichmöglichkeiten auf. Kundenrechte und Vorschriften hinsichtlich Werbung und Angebotsvielfalt werden thematisiert und bieten einen gewissen Schutz vor falschen Versprechen. Was jedoch nicht im Kreditwesengesetz geregelt wird, das sind die individuell bestimmbaren Faktoren wie Vertragskonditionen, Laufzeiten, Zinssätze und die eigentliche Betreuung und Serviceleistung.

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