Benötigt man aufgrund einer finanziellen Notlage oder einer bevorstehenden Anschaffung so schnell wie möglich viel Geld, stehen verschiedene Möglichkeiten offen. An Fremdkapital in irgendeiner Form wird man häufig nicht vorbeikommen, vor allem im gewerblichen Bereich. Eine solide und generell auch seriöse sowie erfolgsversprechende Variante ist die Aufnahme eines Kredits bzw. Darlehens. In diesem Fall gilt es, einiges zu beachten. Bei geschäftlich agierenden Personen steht noch viel mehr auf dem Spiel als bei Privatpersonen, denn riskantes Handeln oder eine Verschuldung wirken sich auf den gesamten Betrieb aus. Es lohnt sich daher, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Deutschland schloss sich im Jahre 2009 einer europäischen Initiative zur Kreditmediation an. Somit gibt es die Hoffnung, dass bei Kreditschwierigkeiten jemand zur Stelle ist, der als Vermittler zwischen den beteiligten Parteien agiert. Die Bundesregierung verspricht sich davon, Finanzierungsprobleme bei Unternehmen zu vermeiden und damit auch indirekt Probleme wie Arbeitsplatzverlust und Konkurs in den Griff zu bekommen. Im März 2010 trat der für das Bundesgebiet zuständige Kreditmediator sein Amt an. Er arbeitet eng mit der Industrie- und Handelskammer sowie mit der Handwerkskammer zusammen.

Wenn ein Unternehmer einen Kredit beantragt und ihn nicht gewährt bekommen hat oder treten es nach der Zusage Schwierigkeiten gibt, so vermag der Kreditmediator zu beraten und gegebenenfalls sogar auf die Kreditinstitution einzuwirken. Dabei muss das Kriterium erfüllt sein, dass der Kredit in einer Höhe von mindestens 15.000 Euro liegt und dass die Ablehnung nicht länger als drei Monate vergangen ist. Durch die enge Kooperation zwischen dem Kreditmediator und den Handwerkskammern ist gewährleistet, dass die Unternehmen praxisnahe Tipps erhalten und die bestmöglichen Förderungsoptionen herausgefunden und geboten werden. Die Handwerkskammern stellen in dieser Hinsicht für handwerkliche Betriebe manchmal die erste Anlaufstelle bei finanziellen Schwierigkeiten dar. Der Mediator ist zu Neutralität verpflichtet, die Kammer hingegen darf die Seite der Unternehmen einnehmen. Durch einschlägige Erfahrungen und Fachwissen ist es möglich, einzuschätzen, an welcher Stelle genau das Problem liegt und wie es möglichst effektiv und schnell gelöst werden kann. Der Berater der Handwerkskammer, der Mediator und die beteiligten Kreditparteien setzen sich häufig an einen gemeinsamen Verhandlungstisch – doch die Klärung einer Situation lässt sich selbstverständlich nicht garantieren.

Bewerten Sie uns

Durchschnittliche Bewertung / 5. Anzahl: